Lehrveranstaltungen

MA S. Theorie und Ästhetik: Postdramaturgien

Jun.-Prof. Dr. Benjamin Wihstutz

Kurzname: S Theorie&Ästhetik
Kursnummer: 05.155.610

Empfohlene Literatur

Czirak, Adam et al. (Hg.): Dramaturgien des Anfangens, Berlin 2016.
Lehmann, Hans-Thies: „Postdramatische Zeitästhetik", in: ders.: Postdramatisches Theater, Frankfurt am Main 1999, 327-345.
Stapferhaus Lenzburg (Hg.): Dramaturgie in der Ausstellung, Transcript 2014.
Umathum, Sandra/Deck, Jan (Hg.): Postdramaturgien, Berlin 2020.
Weiler, Christel: Dramaturgie, in Metzler Lexikon Theatertheorie, Stuttgart 2015.
und Texte auf: http://sarma.be/pages/Dance_dramaturgy

Inhalt

Ziel des Seminars ist es, neue Begriffe und Arbeitsweisen von Dramaturgie zu erkunden, die nicht mehr vordergründig oder ausschließlich von einer textbasierten, an einer dramatischen oder filmischen Handlung orientierten, Praxis ausgehen, sondern Dramaturgie als offeneren Suchbegriff auffassen, welche etwa die Gestaltung von Zeit, Rhythmus, Handlung und Beziehung zum Publikum umfasst. Von Dramaturgie zu reden impliziert damit eine Perspektive, die sich nicht mehr notwendig an Drama und Theater im konventionellen Sinne gebunden ist, sondern ebenso auf Ausstellungskunst, Themenparks, Film, Fernsehen, zeitgenössischen Tanz oder Instagram bezogen werden kann. Das Seminar widmet sich damit einer doppelten Entgrenzung: einerseits der Entgrenzung von Dramaturgie als Praxis, die in ganz unterschiedlichen Feldern eine Rolle spielt, andererseits die Entgrenzung von Dramaturgie als „Postdramaturgie" – das heißt einer Dramaturgie nach dem Drama. Wenn etwa Theater nicht mehr in erster Linie von der Darstellung dramatischer Figuren ausgeht, sondern im Theater etwas Auftritte von Experten oder Interventionen im öffentlichen Raum inszeniert, nichtmenschliche Akteure einbezieht oder Zuschauende bei Langzeitperformances kommen und gehen können, wann sie wollen, oder wenn Theater oder Film als Installation in vielen verschiedenen Räumen stattfindet, ändert sich notwendigerweise auch das Verständnis und die Praxis dessen, was man als Dramaturgie bezeichnet.
Das Seminar fragt entsprechend nach der Reichweite und den Spielräumen von „Postdramaturgien" (Umathum/Deck 2020) in zeitgenössischen Künsten und Alltagsmedien, ohne sich dabei auf ein bestimmtes Genre oder ein zuvor eindeutig definierten Dramaturgiebegriff festzulegen. Es sollen in kleineren Arbeitsgreuppen einerseits aktuelle Arbeiten aus dem zeitgenössischen Film und Fernsehen, Schauspiel, Tanz-, Musik- und Performancetheater auf ihre Dramaturgie hin befragt und untersucht werden, andererseits aber auch Alltagsmedien, Ausstellungen und Arbeiten der bildenden Kunst dramaturgisch analysiert werden.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt

Semester: WiSe 2020/21