Lehrveranstaltungen

HS. Theatralität und Medialität: Theaterfeindlichkeit, Theatromanie. Utopien und Dystopien des Szenischen

Jun.-Prof. Dr. Julia Stenzel

Kurzname: HS Theatralität
Kursnummer: 05.155.16_1020

Empfohlene Literatur

Lektüre zur Einführung: Barish: The Antitheatrical Prejudice (1981); Diekmann/Wild/Brandstetter (Hg.): Theaterfeindlichkeit (2012); Drewes: Theater als Ort der Utopie (2010); Puchner: Stage Fright (2002; dt. Übers.: Theaterfeinde, 2006).

Inhalt

Seit seinen „Ursprungszeiten“ (Girshausen) gilt das Theater mindestens ebenso häufig als aversiver Ort wie als Ort der Utopie: Theaterfeindlichkeit ist so alt wie das Theater selbst. Schon Platos Sokrates beäugt es kritisch und verbannt es aus seinem idealen Philosophenstaat; und dies zur Blütezeit des Attischen Theaters als politischer Institution. Überhaupt lässt sich beobachten, dass etablierte Diskurse von Theaterfeindlichkeit historisch oft koinzidieren mit der Existenz hochgradig differenzierter Theaterdispositive und dass – umgekehrt – die Stilisierung von Theater zum Ort der Utopie koinzidiert mit ausgewiesenen Krisenzeiten institutionellen Theaters.

Das Seminar geht von dieser Beobachtung aus und diskutiert ‚theaterfeindliche’ Texte von Platon über Rousseau bis hin zu rezenten Konzepten von Performancekunst als Antitheater ebenso wie utopische Theaterentwürfe aus Theaterpraxis, -theorie und -wissenschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auch auf der Frage nach der Gegenwart und Utopien eines Theaters in Zeiten des physical distancing.

 

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt

Semester: WiSe 2020/21