Lehrveranstaltungen

S. Theorie und Ästhetik: Affektive Strategien der Erinnerung. Gedächtnistheater oder ‚performing history‘?

Caroline Fries M.A.

Kurzname: S Theorie & Ästhetik
Kursnummer: 05.155.16_530

Inhalt

Seit den 1980er Jahren haben sich Formen öffentlichen Erinnerns von einer Ästhetik des Monumentalen hin zu einer Ästhetik des Affekts verschoben. Ausgehend von dieser These spürt das Seminar den affektiven Strategien veschiedener Gedächtnisorte und Erinnerungpraktiken nach. Im Fokus steht dabei die Frage, wie eine Bandbreite künstlerischer Formate - medialer und materieller Art - ihre Betrachter zu implicated subjects (Rothberg) der Vergangenheit machen, also zu Nachgeborenen, die die Vergangenheit nicht selbst erlebt haben, diese jedoch auf vielfältige Weise mitbezeugen. Wir werden uns mit den weniger bekannten Formen des Gedenkens an den Holocaust und deren Rezeptionen beschäftigen, z.B. mit dem Kibbutz Yad Mordechai in Israel, den verworfenen Plänen für das Denkmal für die Ermordeten Juden in Berlin, dem Kurzfilm Auschwitz on My Mind (Assaf Machnes, 2013) sowie der Performance Two Minute Standstill (2013) von Yael Bartana. Die jeweiligen Beispiele dienen als Ausgangspunkte für eine Diskussion über multidirektionale Erinnerung, transnationale Gerechtigkeit, und (Un)Möglichkeiten eines Aufarbeitens der Vergangenheit.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt

Semester: WiSe 2020/21