Lehrveranstaltungen

MA VL. Dramaturgien im Gegenwartstheater: Performance

Jun.-Prof. Dr. Benjamin Wihstutz

Kurzname: Dramatugien Gegenw
Kursnummer: 05.155.640

Inhalt

"Performance" kann u.a. Aufführung, Darbietung, Handlungsvollzug, Leistung, Ertrag, Darbringung, Kapazitiät und Erfolg heißen. Ausgehend von dieser Vielfalt und Heterogenität des Begriffs, versucht die Vorlesung eine Einführung in die Performance Studies zu geben und sich aus historischer und theoretischer Sicht mit kulturellen Phänomenen von Performance auseinanderzusetzen, die insbesondere das Verhältnis von Kunst und anderen kulturellen Feldern und Praktiken (Sport, Religion, Wirtschaft, Technik, Aktivismus etc.) in den Blick nehmen. Eine Historiographie von Performance geht in dieser Hinsicht über eine Ästhetik des Performativen (Fischer-Lichte) weit hinaus; sie berührt insbesondere politische und soziale Fragen, die für das Performancetheater der Gegenwart von aktueller Relevanz sind. Ziel der Vorlesung ist es, anhand von Beispielen aus der jüngeren Geschichte und Gegenwart, den "Performance Pie" (Schechner) neu aufzuteilen, um ihn nicht allein innerhalb eines Paradigmas der Aufführung zu kosten, sondern ihn darüber hinaus in seiner okönomischen, politischen und  technologischen Dimension als Dispositiv zu theoretisieren. Beispiele des immersiven und installativen Performancetheaters werden dabei ebenso von Interesse sein wie Protestaktionen der Black Lives Matter Bewegung, des Klimaprotests oder Disability Performances, die sich für Barrierefreiheit einsetzen. Der Begriff der Performance kann entsprechend dazu dienen, dien Fokus nicht allein auf Liveness und Transitorik, auf Feedback-Schleife und Postdramatik zu richten, sondern ebenso auf Spannungen zwischen Bewegung und Stillstand, Kollektivität und Zerstreuung, Präsenz und Abwesenheit, Zwänge und Freiheiten der Rezeption, Ereignis und Wiederholung, Leistungsprinzip und Dilettantismus. 

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt

Semester: WiSe 2020/21