Sie interessieren sich für verschiedene Theaterformen und -formate und möchten herausfinden, wie sich die Faszination für szenische (Aufführungs-)Ereignisse in Vergangenheit und Gegenwart erklären und erforschen lässt? Gleichzeitig sind Sie aber auch neugierig auf all das, was jenseits der Grenzen eines engen Theaterverständnisses liegt und lassen sich für die gesamte Bandbreite der darstellenden Künste begeistern: von Schauspiel, Tanz oder Musiktheater über die zeitgenössische Performance bis hin zu medialen Erweiterungen in Audio Walks oder Internetperformances. Möchten Sie zudem Theater nicht nur aus ästhetischer Perspektive analysieren, sondern ebenso als institutionelle Struktur oder kulturelles Phänomen verstehen? Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass auch in vielen anderen Kontexten (in Politik und Gesellschaft, aber auch im Bereich von Film, Fernsehen oder Social Media) Inszenierungsstrategien zur Anwendung kommen, die es zur erforschen gilt.

Wenn all dies Ihre Neugier weckt und Sie bereit sind, im Rahmen eines wissenschaftlichen Studiums Texte zur Theorie von Theater zu lesen, die Geschichte(n) von Theater zu erkunden und sich analytisch mit dem Gegenwartstheater auseinanderzusetzen, dann könnte ein Studium der Theaterwissenschaft genau das Richtige für Sie sein.

Wenn Sie sich mehr Informationen dazu wünschen, was das Studienfach „Theaterwissenschaft“ zu bieten hat und welche Voraussetzungen Sie für ein Studium mitbringen sollten, dann beraten wir Sie gerne persönlich und nach Voranmeldung per E-Mail (Studienfachberatung, Studienbüro FTMK). Für eine erste Orientierung nutzen Sie bitte auch die hier zusammengestellten Informationsangebote.


Der Masterstudiengang Theaterwissenschaft vermittelt vertiefende Kenntnisse in der Analyse von Formen und Diskursen des Gegenwartstheaters, in Theatergeschichte sowie im Hinblick auf Theorie und Ästhetik von Theater und theatralen Phänomenen. Mit geistes-, kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen und Denkfiguren widmen Sie sich im Studium dem breiten Spektrum des Theatralen und Performativen – von historischen Fragen nach dem Wandel von Theater- und Performancekulturen über Inszenierungen in Politik und Gesellschaft bis hin zu zeitgenössischen Dramaturgien und Formen ästhetischer Intervention. Außerdem lernen Sie, wie eigene gesellschaftliche und theaterwissenschaftliche Forschungsfragen entwickelt und forschungspraktisch umgesetzt werden können.

Neben der forschungsorientierten Profilierung theaterwissenschaftlicher Arbeitsgebiete ergänzen unterschiedliche interdisziplinäre Perspektiven die Ausrichtung des Mainzer Masterprogramms: Mit Blick auf Fragen der ästhetischen, aber auch der institutionellen Verflechtung zwischen Künsten und Medien schlägt der Studiengang eine Brücke zu den medienorientierten Arbeitsbereichen des Instituts (Mediendramaturgie, Filmwissenschaft, Medienkulturwissenschaft). Die unmittelbare Anbindung der Lehre an die aktuelle Forschungspraxis sowie die enge Kooperation mit den anderen Fächern des Instituts für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft (FTMK) sind das besondere Merkmal des Mainzer Masterstudiengangs und ermöglichen eine kontinuierliche Perspektiverweiterung im Hinblick auf berufspraktische und (fach-)wissenschaftliche Diskursfelder.

Forschungsprojekte wie der Sonderforschungsbereich Humandifferenzierung oder Projekte zum Thema Zeugenschaft fließen direkt in die interdisziplinäre Ausrichtung der Lehre ein. Zugleich gibt es immer wieder enge Kooperationen mit der Praxis, z. B. mit Theatern, Festivals und Veranstaltungshäusern in der Region (Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt, Staatstheater Mainz, Nibelungen-Festspiele Worms u.a.). Der Masterstudiengang stärkt somit einerseits Ihre wissenschaftlich-analytischen Fähigkeiten und bereitet Sie andererseits auf eine künftige Berufspraxis vor.

In der Mainzer Theaterwissenschaft wird nicht nur wissenschaftlich, sondern auch szenisch-künstlerisch gearbeitet und geforscht: Künstlerisches Forschen meint hier, dass künstlerische Praktiken als erweiternde Wissenszugänge begriffen werden. Kuratorische, dramaturgische, installative, choreografische, mediale und dokumentarische Verfahren werden zur Anwendung gebracht. Konzeptionelles Denken wird geschult, interdisziplinäre Netzwerke aufgebaut, eine feine Wahrnehmung und ein Gespür für das Setzen ästhetischer Rahmen entwickelt. Eigenständige Ideenfindung wird ebenso unterstützt wie kollektive Projektrealisierung. Die daraus erwachsenden praxisgeleiteten Kompetenzen erweitern die analytischen und theoretischen Kenntnisse des Studiums.

Die Übung Künstlerisches Forschen, bislang unter dem Namen Szenisches Projekt bekannt, ermöglicht in wechselnden Kooperationen mit Kulturinstitutionen des Rhein-Main-Gebiets eine intensive künstlerische Projektentwicklung, die zu Semesterende mit einem Publikum geteilt wird. Der Schwerpunkt des Projektlabors Forschen – Konzipieren – Kuratieren liegt auf dem Ausloten der Übergänge zwischen Wissenschaft und Praxis und den Übertragungs- und Übersetzungsprozessen des Experimentierens, Erforschens, Kommunizierens, Anordnens und Ausstellens. Das Medienpraktische Projekt bietet die Möglichkeit, in Kooperation mit dem Festival Grenzenlos Kultur am Staatstheater Mainz grundlegende Techniken kulturjournalistischer Praxis zu erlernen und in Interviews, Reportagen, Kritiken, Blogs oder Podcasts anzuwenden. Vielschichtige Einblicke in künftige Tätigkeitsbereiche erhalten die Studierenden im Dialog mit ehemaligen Theaterwissenschaftsstudierenden als Expert:innen ihrer Berufe in der Übung Berufsfelder der Theaterwissenschaft. Die jährlich angebotene Exkursion bietet bei mehrtägigen Reisen in Kulturmetropolen sowie zu Festspielen und Festivals verdichtete Erfahrungsräume und vielfältige Impulse für die eigene Orientierung als Kunst- und Kulturschaffende. Wer sich dafür entscheidet, ein Praktikum in das Studium einzubinden, taucht für einige Wochen in die Berufspraxis ein. Die dabei gesammelten Erfahrungen werden im Studium kompetenzorientiert begleitet und reflektiert.

Neben diesen Kursformaten, die sich ausdrücklich dem künstlerischen Forschen und der künstlerischen Praxis zuwenden, sind auch die thematischen Seminare unseres Faches immer wieder von projektbasierter Lehre und praktischen Anwendungen flankiert.